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Malteser in Langenfeld Rhld.

Rettungsdienstübung mit Schwerpunkt Transportorganisation

In Leverkusen trainierten Hilfsorganisationen und Feuerwehr Seite an Seite

28.05.2018
Sebastian Knop ist für die Ladezone verantwortlich
Im Ernstfall müssen Patienten zügig zum vorgesehenen Krankenhaus gebracht werden
Viele Fahrzeuge mussten der Reihe nach vorfahren, um Patienten zu holen
Im ELW behielt man die Gesamtübersicht
Auf dieser engen Straße wurde der Ernstfall geprobt
Anhängekarte für Patienten
Sophie Schwarz bewacht einen wichtigen Zufahrtsposten

In einem aufwendigen Spektakel unterstützten die Langenfelder Malteser jetzt die Stadt Leverkusen bei einer Rettungsdienstübung mit dem Schwerpunkt Transportorganisation. Der strahlende Sonnenschein während des groß angelegten Trainings sorgte zwar für beste Laune, aber auch für jede Menge Schweiß. Aufgabe an diesem Tag: Abtransport von 200 Patienten in kürzester Zeit und adäquate Verteilung auf entsprechende Krankenhäuser.

 

Unter Beteiligung aller Leverkusener Hilfsorganisationen, der Einsatzeinheiten sowie fünf Patiententransportzüge aus dem Umland (Aachen, Düren, Kreis Heinsberg, Remscheid und Wuppertal) fand die Übungsmaßnahme unter Federführung der Leverkusener Feuerwehr statt. Hintergrund: Bei einem möglichen Massenanfall an Verletzten (MANV) muss im Ernstfall jeder Handgriff sitzen. Aus der Langenfelder Malteser-Gliederung waren 17-Ehrenamtler unter dem Kommando des stellvertretenden Zugführers Einsatzeinheit, Markus Arenz, am Start. Mitgebracht hatten sie neben dem Einsatzleitwagen (ELW) auch einen Gerätewagen Sanitätsdienst (GW San) sowie zwei Gerätewagen Technik.

 

Nach Einrichten und Mittagsverpflegung durch die Feuerwehr Leverkusen auf deren Wache wurde zunächst die Position zurück zum Einsatzort verlegt, bevor die Übung starten und die Rettungsmittel anfahren konnten. In den zuvor eigens eingerichteten Patientenablagen, in welchen Verletzte zunächst gesammelt und behandelt werden, sollten die in Rettungsmitteln vorgefahrenen Kollegen sodann jene Kranken aufnehmen, um sie anschließend sicher und zügig abzutransportieren. Nachdem eine Übernahme der Patienten-Rollen durch etwaige Komparsen an diesem Tag zu aufwendig gewesen wäre, mussten Patientenanhängekarten herhalten. Praktisch insoweit, als Patienten in einem möglichen Ernstfall ohnehin mit jenen Karten bestückt würden. Hierauf befinden sich nämlich wichtige personenbezogene Daten, welche für die Weiterbehandlung der Menschen von Bedeutung sind. So sind neben persönlichen Informationen über den Patienten auch Verletzungsmuster, Hinweise zur Erstversorgung, Sichtungskategorie, eine eindeutige Identifikationsnummer sowie das Transportziel zu vermerken.

Sebastian Knop (stellvertretender Gruppenführer Sanität) war als “Leiter Transportorga“ für die Ladezone zuständig. An dieser Stelle kommen in einem Ernstfall die Fahrzeuge an. „Wir verheiraten dann quasi das Fahrzeug mit dem Patienten“, sagt Knop. Diese müssten schnell aufgeladen und abtransportiert werden. In den Einsatz kommt das insgesamt achtköpfige “Team Ladezone“ jedoch erst dann, wenn schon gewisse Strukturen vorhanden sind. „Wenn die Patienten in den entsprechenden Ablagen gesammelt und behandelt wurden, bauen wir uns erst im Hintergrund auf“, erzählt der Ehrenamtler, der schon seit 19 Jahren bei den Maltesern ist. „Sobald genügend Fahrzeuge zum Abtransport da und die Patienten ausreichend versorgt sowie mit einem Ticket, auf dem auch vermerkt wird, in welchem Krankenheus weiter behandelt werden soll, versehen sind, bringen wir sie mit den Fahrzeugen zusammen und übernehmen den Transport“, schildert der 32-Jährige. Konkret muss Sebastian die Ladestruktur einrichten und überlegen, wo genau die Fahrzeuge abgestellt, die Patienten übernommen und eingeladen werden. Dafür müsse schließlich genügend Platz vorhanden sein. „Das Fahrzeug muss nicht nur geparkt werden können, es müssen sich auch die Türen öffnen lassen und die Trage hinten ein und ausgefahren werden können“, beschreibt Knop die manchmal diffizile Aufgabe.

Probleme ergeben sich nämlich beispielsweise, wenn eine Straße, wie nun in Leverkusen, nur einspurig befahrbar ist. Im Ernstfall müsse häufig spontan entschieden werden, wo welche Zone eingezeichnet würde. Jedoch hätten die Kollegen und er vorliegend bereits im Vorfeld abgeklärt, welche Straßentypen es gebe. Ob sie ein- zwei oder mehrspurig seien, mache schließlich einen Unterschied aus. 

Gegen 17.00 Uhr war die Übung sodann erfolgreich beendet. Das Zusammenspiel mit allen Beteiligten hatte nicht nur gut funktioniert, sondern auch mehr Sicherheit in der Praxis vermittelt.

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