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Malteser in Langenfeld Rhld.

So schön war Kevelaer für die Langenfelder

34. Pilgerfahrt der Malteser an den Niederrhein

12.06.2018
Die Langenfelder Pilger freuen sich auf Kevelaer
Für Ulrike Josteit ist die Fahrt mit den Maltesern eine Premiere
Stadtleitungsmitglied Norbert Nitz stimmt die Pilger auf den Tag ein
Mit dem praktischen Rollstuhl-Lift ist der Ein- und Ausstieg kein Problem
Fahnenträger vor dem Einzug in die Basilika
In der Marienbasilika war kein Platz mehr frei
Das fleißige Küchenteam aus Langenfeld war schon am Vortag angereist
BBD-Chef Dietmar Servatius und GF-Techn. Udo Gade halfen unermüdlich
Kardinal Woelki holte sein Essen selbst und speiste inmitten der Pilger
EH-Ausbilder Werner Fockenberg und die Düsseldorfer Kollegen verstehen sich sich blendend

„Ich erwarte heute genau zu sehen, was die Malteser machen“, sagt Ulrike Josteit höchst gespannt, während sie voller Vorfreude im Bus auf dem Weg an den Niederrhein sitzt. Die 59-jährige Wahl-Langenfelderin hat nämlich frisch als Ehrenamtlerin bei der katholischen Hilfsorganisation angeheuert. In Kürze wird sie im Besuchs- und Begleitungsdienst durchstarten. Nun befindet sie sich jedoch erst Mal auf der berühmten Kevelaer-Wallfahrt. Eine Premiere für die sympathische Helferin. Hier will sie den erfahrenen Kollegen nun hilfreich zur Hand gehen.

 

Schon zum 34. Mal begeben sich Malteser aus dem gesamten Erzbistum Köln auf die jährliche Pilgerreise zur päpstlichen Marienbasilika. Insbesondere alte, kranke oder gesundheitlich beeinträchtigte Menschen sollen hier die Möglichkeit nutzen können, an einem Tag einmal wieder etwas ganz Besonderes zu erleben: Herauszukommen, auf andere Gläubige zu treffen und Ansprache zu haben. Das Besondere: Jedes Mal werden die Mitreisenden intensiv durch Ehrenamtler und freiwillige Helfer begleitet und betreut.

 

Im Bus der Langenfelder Gliederung, der seine Reise pünktlich um 8.40 Uhr von der Wagenhalle an der Industriestraße aus gen Kevelaer startet, befinden sich dieses Mal neben 16 lebenslustigen älteren Damen und zwei Herren, natürlich auch wieder jede Menge ehrenamtliche Malteser: Sie kümmern sich liebevoll um die Pilger. Stadtleitungsmitglied Norbert Nitz und Erste Hilfe-Ausbilder Werner Fockenberg sitzen vorne im geräumigen Reisebus, denn es gilt, während der Fahrt noch die Litanei vorzubeten. Die diesjährige Wallfahrt steht unter dem Leitgedanken “Suche Frieden“ und noch auf der Reise sollen alle klassischer Weise schon einmal auf den Tag eingestimmt werden.

 

So kommt es auch, dass die Pilger begeistert mit einstimmen, als Norbert Nitz das Mikrofon in die Hand nimmt und mit dem ersten Kehrvers beginnt. Unmittelbar vor Reiseantritt hatten Stadtleitungsmitglied Manfred Nitz (Finanzen/ehrenamtliche Dienste) und Nichte Annika (Zugtruppführerin) noch dafür Sorge getragen, dass alle Mitreisenden das Büchlein “Gebete und Lieder zur Malteser Wallfahrt nach Kevelaer“ erhielten. Mit jener Hilfe kann sich dann plötzlich jeder Text-sicher fühlen.Die Stimmung im Bus ist fröhlich. Die Menschen unterhalten sich und freuen sich auf diesen Tag. Einige unter ihnen kommen regelmäßig mit an den Niederrhein und kennen die Abläufe inzwischen gut. „Ich habe dem heutigen Tag regelrecht entgegengefiebert“, erzählt eine Dame in den hinteren Reihen ihrer Sitznachbarin.

Nach einem kurzen Zwischenstopp auf halber Strecke, der aufgrund eines Staus, in den die Kollegen mit dem eigens zur Verfügung stehenden Rollstuhl- und Rollatoren-Transportfahrzeug geraten waren, eingelegt werden muss, können die Langenfeder Malteser die Reise schon nach knappen zehn Minuten wieder gemeinschaftlich fortsetzen.

 

Schon vor 11.00 Uhr erreicht die Pilgergruppe ihr Ziel. Zahlreiche Malteser betätigen sich als Lotsen am Kevelaer Bushalteplatz und weisen die ankommenden Fahrzeuge gekonnt ein. Der Ausstieg mancher Wallfahrtsteilnehmer erfolgt über den Bus-eigenen Lift. Dieser ist extra für Rollstuhlfahrer oder anderweitig Beeinträchtigte vorgesehen und darf nur durch geschultes Personal bedient werden. Der humorvolle Busfahrer mit Entertainmentpotential versteht sich ganz genau darauf. Schon während der Anreise kommt von ihm immer einmal wieder ein flotter Spruch, der die ohnehin gute Stimmung jedes Mal in freudiges Gelächter verwandelt. Auch beim Ablassen der Rollstuhlfahrer mithilfe des Bus-Lifts wirkt er in freundlicher Art und Weise auf die gesundheitlich beeinträchtigten Pilger ein. So braucht niemand vorm Open-Air-Transfer aus luftiger Höhe Angst zu haben.

 

Dann ist es soweit: In einer Prozession begeben sich die Langenfelder Pilger und ihre Helferinnen und Helfer auf den Weg zur Gnadenkapelle mit dem legendären Bildnis der “Trösterin der Betrübten“ (Consolatrix Afflictorum), wo sie neben den rund 1000 anderen Pilgern aus dem gesamten Erzbistum Köln begrüßt werden. Anschließend geht es in die Basilika. Dieser Teil der Reise ist der am meisten mit Spannung erwartete. Grund: Das Pontifikalamt hält heute erstmals der Kölner Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki. „Darauf, ihn zu sehen, freue ich mich schon sehr“, sagt ein Herr aus der Langenfelder Gruppe.

 

So wird auch die Messe zu einem ganz besonderen Ereignis, denn der Erzbischof spricht die vielen kranken und behinderten Wallfahrer ganz direkt an: Wir Menschen leben davon, dass wir Trost erfahren dürfen. Weil ihn jeder auf seine Weise braucht.“ Diese Worte berühren zahlreiche Menschen und geben ihnen gleichsam viel.

 

Nach der Wallfahrtsmesse gibt es auch schon das, worauf sich viele Pilger ebenfalls freuen: Das Mittagessen aus der Feldküche der Malteser. Das dreiköpfige Feldküchen-Team aus Langenfeld war bereits am Vortag nach Kevelaer gereist, um die Kollegen aus anderen Gliederungen tatkräftig beim Kochen zu unterstützen. Schließlich galt es, rund 1200 Essen für die Pilger vorzubereiten. Das Ergebnis der Arbeit kann sich dann jedoch gegen 13.00 Uhr mehr als sehen lassen: Es gibt schmackhaften Rahmwirsing, Gulasch und Kartoffeln.

 

Bei der Abholung des Mittagsessens an den Essensausgaben im Forum Pax Christi müssen viele Helfer den von ihnen Betreuten behilflich sein. Zu schwierig wäre es doch, seinen Rollstuhl oder Rollator in Bewegung zu halten und zeitgleich einen Teller mit Essen abzuholen und zwischen den Menschenschlangen hindurch, bis zum eigenen Tisch zu balancieren. Auch Ulrike Josteit befindet sich nun schon so richtig im Einsatz. „Es macht mir unglaublich viel Spaß, hier mitzuhelfen“, sagt die 59-Jährige, die ebenfalls Essen für Pilger an den Tisch geholt hatte. Es sei eine ganz besondere Atmosphäre in Kevelaer zu spüren, sagt die langjährige Leichlingerin, deren Nichte im Sanitätsdienst der Malteser tätig ist und die Tante erst auf die ehrenamtlichen Möglichkeiten bei der Hilfsorganisation aufmerksam gemacht hatte.

 

Als ein leichtes Raunen durch die Luft- und Licht-durchflutete Halle geht, fällt die Aufmerksamkeit auf Kardinal Woelki, der soeben das Forum Pax Christi betritt, um das Mittagsmahl, ganz so wie jeder andere Pilger, gemeinsam mit der Wallfahrtsgemeinschaft einzunehmen. Von Berührungsängsten keine Spur, sondern nahbar und zugänglich, wird der Metropolit des Kölner Erzbistums mit den Menschen speisen. Als die Fotografen ein gutes Motiv wittern, während er seine Portion eigenhändig abholt und sich um ihn scharen, scherzt der Kölner Erzbischof: „Jetzt denkt wieder jeder, wie viel der isst.“ Er lächelt und antwortet auf die Frage, ob die Malteser im nächsten Jahr wieder mit ihm rechnen dürften, schmunzelnd: „So Gott will.“

 

Nach dem Mittagessen und dem Angebot, am Kreuzweg in der Kerzenkapelle teilzunehmen, folgt um 16.00 Uhr bereits die einstündige Eucharistische Anbetung, an der beinahe alle Pilger teilnehmen. Im Anschluss daran neigt sich der Tag auch schon wieder fast dem Ende, denn jetzt machen sich die Pilger auf den Weg zurück zum Bushalteplatz. Nur eine Stunde später ist die Langenfelder Pilgergruppe auch schon wieder am heimischen Sammelpunkt angelangt. Einige ältere Herrschaften werden nun noch von hieraus nach Hause gefahren, andere werden abgeholt. Alle wirken jedoch rundum glücklich nach diesem ganz besonderen Tag in Kevelaer. Und Malteser-Neuzugang Ulrike Josteit hat es so gut gefallen, dass sie ihren Tätigkeitsbeginn im Besuchs- und Begleitungsdienst nun kaum noch erwarten kann.

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