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Malteser in Langenfeld Rhld.

Wiener Café - Motto bei “Kommt und tanzt“ ein voller Erfolg

Malteser-Idee kommt bei Demenz-Tanzkursteilnehmern besonders gut an

26.06.2018
vlnr. Ursula Thiel, Andreas Schamberger, Julia Schulze und Reinhard Palenta freuen sich aufs Walzer-Tanzen
Beim Aufwärmen ist heute Geschicklichkeit gefordert
Die Herren verbeugen sich höflich vor den Damen
In die Tanzkarten konnten sich die Herren bei Tanzwunsch eintragen
Die Choreographie war anspruchsvoll und machte allen Spaß
Ausbildungsleiter Michael Görlich aus Düsseldorf schwang das Tanzbein
Stadtleitungsmitglied Norbert Nitz freute sich mit Julia Schulze über den guten Zulauf
Auf edlem Porzellan konnte später leckerer Kuchen verspeist werden
Die Kollegen aus Düsseldorf und Neuss waren begeistert vom Tanzprojekt

SGL-Residenz. Damen und Herren stehen einander reihenweise gegenüber und bilden eine Gasse. Höflich verbeugt man(n) sich in vollkommener Synchronizität vor den Damen und geht, fast wie beim Menuett-Tanz, würdevoll einige Schritte auf das weibliche Geschlecht zu, um anschließend im Takt wieder zurück zu treten. Die Damen machen einen Hofknicks, bevor sie ihre Hand bei ausgestrecktem Arm in Schulterhöhe elegant an jene ihres Tanzpartners legen und in dieser Position mit dem Herrn ihrer Wahl würdevollen Schrittes im Kreise umeinander schreiten: So starteten die Teilnehmer und Gäste des ganz besonderen „Kommt-und-tanzt-Vormittags jetzt in ihr erstes Tänzchen.

Ganz schön anspruchsvoll, die Abfolge vieler unterschiedlicher Aktionen auf Anhieb im Kopf zu behalten. Gerade, wenn sich jene Instruktionen auch an Menschen richten, die an Demenz erkrankt sind. Wundersamer Weise jedoch klappten die Figuren geradezu wie am Schnürchen. Vielleicht hatte dies ja auch damit zu tun, dass sämtliche Teilnehmer diesem besonderen Tag schon lange entgegenfieberten und voll und ganz bei der Sache waren.

“Kommt und tanzt“, die beliebte Kooperationsveranstaltung von Maltesern, SGL, Lions-Club und CBT-Haus für Menschen mit und ohne Demenz stand nämlich jüngst unter einem speziellen Motto: “Wiener Café“ lautete es und hielt, was es zuvor versprochen hatte. So hatten sich Tanzlehrer Andreas Schamberger und SGL-Kursleiterin Julia Schulze schwer in Schale geworfen, um diesen Tag so authentisch wie möglich zu gestalten. Während Schamberger stilecht im schwarzen Frack erschien, hatte sich Fitness-Trainerin Julia Schulze nicht minder in feinen Zwirn gehüllt. Ganz in Anlehnung an den berühmten Wiener Opernball war sie in aufregender schwarz-grüner Fest-Robe erschienen. Da wurde geklotzt und keineswegs gekleckert. Und so folgte nach ersten Aufwärmübungen mit Plastikbechern und Schokopralinés, bei denen Konzentration und Fingerfertigkeit der Teilnehmer anhand rhythmischer Abfolgen von „Cocktail-Mixen“ sowie Arm- und Bein-Übungen im Sitzen trainiert wurden, dann endlich der langersehnte Walzertanz.

Eigens für diesen Tag waren sogar Malteser-Kollegen aus Düsseldorf und Neuss angereist. Betreuungsassistenten-Dozentin Ursula Thiel und Ausbildungsleiter Michael Görlich wollten es sich nicht nehmen lassen, die vielgelobte Kooperations-Veranstaltung der Langenfelder Gliederung einmal höchstpersönlich anzuschauen. „Es ist ein ganz wunderbares Projekt“, schwärmte Michael Görlich so denn auch schon nach kurzer Zeit. „Man spürt sofort, wie die demenziell erkrankten Menschen beim Tanzen aufblühen und plötzlich wieder zu Bewegungen in der Lage sind, die sie vorher scheinbar nicht mehr konnten.“ Gemeinsam mit Kollegin Ursula Thiel war der Ausbildungsleiter keineswegs geschont, sondern bei Zeiten auf die Tanzfläche komplimentiert worden, und musste ebenfalls tüchtig das Tanzbein schwingen.

 

Rund 30 Teilnehmer waren aus umliegenden Seniorenheimen und direkter Nachbarschaft gekommen, um am speziellen Tanzangebot teilzunehmen. Die Idee zur Motto-Veranstaltung war innerhalb der Malteser- Demenz-Dienste entwickelt worden und bei den Kooperationspartnern sogleich auf offene Ohren gestoßen. Dem an jedem dritten Freitag im Monat stattfindenden Tanz-Projekt in der SGL-Residenz an der Industriestraße 90 bescherte der Motto-Tag sogar noch mehr Zulauf als üblich. Hatten sich doch zahlreiche regelmäßige Gäste zuletzt immer wieder Wiener Walzer gewünscht. Dass den Herzenswünschen Rechnung getragen werden würde, hatte sich offenbar herumgesprochen.

Und so hatten die zahlreichen älteren Damen und Herren größten Spaß beim taktvollen "Übers-Tanzparkett-Schweben" und manchmal eher freudigem Herumgehopse. Das Besondere an der Veranstaltung machte aber gerade auch das Ambiente aus. Hier hatten sich die Kooperationspartner, allen voran Tanzlehrer Schamberger (SGL), ganz besonders viel Mühe gemacht: Während Ex-Café-Malta-Chefin, Helga Geutjes in einer aufwendigen Aktion organisiert hatte, dass edle antike Sammeltassen samt zugehörigen Porzellans herbeigeschafft wurden, war auch für jede Menge leckeren Kuchen, Kaffee und Torten gesorgt. Die Gäste konnten sich somit stilecht in Wiener-Caféhaus-Atmosphäre stärken.

Doch damit nicht genug: In liebevoller Bastelarbeit hatte Tanzlehrer Andreas Schamberger extra für die weiblichen Gäste Tanzkarten angefertigt. Diese mussten die Damen sich umhängen und so konnte ein jeder Tanz-willige Herr sich darin eintragen, sofern er es auf ein Tänzchen mit der entsprechenden Dame abgesehen hatte.

 

„Ich bin unendlich glücklich“ bestätigte Dauer-Tanzteilnehmerin Maria Marx. „Walzer ist mein Lieblingstanz, seit ich ein junges Mädchen war und ich bin stolz, dass Andreas mir den letzten Tanz des Tages schenkt."

Die riesige Freude, welche die Teilnehmer jetzt empfanden, war ihnen nur allzu gut anzusehen. Strahlendes Lächeln und ausgelassene Stimmung trieben die flotten Tänzer zu Bewegungen an, die sie zum Teil schon lange nicht mehr durchgeführt hatten. Nach jeder Menge Drei- und Viervierteltakt blieb aber dann trotzdem noch ein wenig Zeit für Schlagermusik. Und wer hätte diesen Tag mit Walzer und mächtig viel Kuchen wohl besser abrunden können als Udo Jürgens mit seinem Hit: „Aber bitte mit Sahne!“

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