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Malteser in Langenfeld Rhld.

823 Notrufe an Weihnachten, aber nur 79 Notfälle

Viele Senioren lösen Alarm bei Einsamkeit aus

27.12.2018

An Heiligabend beginnt für viele Senioren eine einsame Zeit. Die Kinder sind übers Fest und Silvester nach Mallorca geflogen. Der Nachbar feiert bei den Enkeln im Siegerland. Draußen holt man sich leicht eine Erkältung. Im Fernsehen läuft wie jedes Jahr dasselbe. Viele Rentner denken: „Wenn man doch nur mal ein paar Worte mit jemandem reden könnte!“ Von Weihnachten und bis Neujahr gehen beim Malteser Hausnotruf viele soziale Notrufe ein, bei denen kein medizinischer Notfall vorliegt - Signal der Einsamkeit alter Menschen.

Über 120.000 Senioren sind bundesweit Kunden des Malteser Hausnotrufs. Eigentlich sollten sie nur Alarm auslösen, wenn ihnen etwas passiert ist. Rund 980.000 Alarme gibt es bundesweit pro Jahr, etwa 245.000 davon bei den 31.000 Kunden in Nordrhein-Westfalen. „Nur bei jedem zehnten bis zwanzigsten Alarm liegt ein medizinischer Notfall vor, bei dem wir dann schnell den Rettungswagen losschicken“, sagt Sophie Offenberg-Sersch, Hausnotruf-Expertin bei den Maltesern in Langenfeld. In zwei von zehn Fällen führe ein Malteser zur Wohnung, kümmere sich vor Ort um die Menschen, z. B. nach Stürzen, oder die Malteser riefen einen Nachbarn an.

Heiligabend gab es beim Malteser Hausnotruf in Nordrhein-Westfalen 270 Mal Alarm. Am 1. Weihnachtstag leuchtete die rote Lampe 305 Mal und am 2. Weihnachtstag 248 Mal. Der Rettungswagen rückte aber insgesamt nur 79 Mal aus. In 206 Fällen kümmerte sich ein Malteser vom Hintergrunddienst um den älteren Menschen. Unter den verbleibenden 538 Auslösungen waren dieses Jahr besonders viele soziale Hilferufe.

Offenberg-Sersch: „Sehr viele Alarm-Auslösungen sind soziale Rufe oder Fehlalarme, bei denen sich dann im Gespräch mit unseren Mitarbeitern herausstellt, dass die Senioren eigentlich nur mal mit jemanden sprechen wollen. Sie begründen dann irgendwie, warum sie den roten Knopf gedrückt haben.“ Das sei etwa bei jedem fünften Alarm so. An Weihnachten und um den Jahreswechsel geschehe das besonders häufig. „Die Senioren sagen dann z.B. Ich bin versehentlich an den roten Knopf gekommen. Oder: Ich bin heute so durcheinander. Heute Morgen ist meine Katze gestorben“, berichtet Sophie Offenberg-Sersch.

Informationen zum Malteser Hausnotruf unter: https://www.malteser.de/hausnotruf.html

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