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Malteser in Langenfeld Rhld.

„Ich möchte Angehörigen in dieser Situation beistehen“

Engagierte Café-Malta-Chefin zieht erste Halbjahres-Bilanz

15.02.2019
Jasmin Ottow macht die Arbeit im Bereich Demenzdienste viel Spaß
Auch im administrativen Bereich gibt es viel zu tun

Langenfeld. Erst lange zu fackeln, ist nicht ihr Ding. Sie plant, versucht, packt an, setzt um. Seit rund sechs Monaten leitet sie nunmehr erfolgreich die Geschicke des Cafés Malta, der Malteser Begegnungsstätte für Menschen mit Demenz. Nach dem Ausscheiden von Vorgängerin Helga Geutjes hatte sie die Führung der Abteilung Demenzdienste bereits am ersten September vergangenen Jahres übernommen: Die Rede ist von Jasmin Ottow (40). Die Solingerin, die als examinierte Krankenschwester ungleich viel Verständnis für Menschen mit besonders belastenden Erkrankungen sowie deren Umfeld aufbringt, hatte sich gezielt auf die Stelle beworben: „Die Anforderungen kamen mir ungemein entgegen, zumal ich gerne organisiere, koordiniere und den Kontakt zu Menschen liebe.“ Der medizinische Hintergrund macht sich bei der täglichen Arbeit überdies bezahlt: „Es gibt Krankheitsbilder, in die man sich erst einmal hineinversetzen muss. Wenn Angehörige von demenziell Erkrankten plötzlich 24 Stunden lang damit konfrontiert sind, dass ihre Verwandten nun vermehrt seltsame Dinge tun, Gegenstände verstecken, einen der Lüge bezichtigen, das Umfeld nicht mehr erkennen oder nachts kaum mehr schlafen, muss man dafür Verständnis aufbringen, wenn auch sie durch die Belastung womöglich in ihrem Verhalten angespannter sind“, findet Ottow und fügt hinzu, „ich möchte Angehörigen in dieser Situation beistehen.“

 

Im Bereich des Malteser Besuchs- und Entlastungsdienstes (BED), zu dem neben häuslichen Besuchen von demenziell Erkrankten durch ehrenamtliche Mitarbeiter auch das Café Malta als Begegnungsraum für Erkrankte und Entlastungsstelle für pflegende Angehörige zählt, konnte sich Ottow schnell einarbeiten. Nach dem Kennenlernen sämtlicher Mitarbeiter, sowie der Café-Gäste klappte auch die Einführung in alle administrativen Angelegenheiten sowie in relevante Computerprogramme problemlos. Die Arbeit bereitet Ottow jeden Tag aufs Neue Freude. Zu ihren Aufgaben zählt im Rahmen des Betriebs des Cafés die Organisation der themenbezogenen Einzelgruppen, Einteilung der Mitarbeiter sowie die Abrechnung der Stunden. Auch für den Ablauf der häuslichen Besuche demenziell Erkrankter zeichnet die 40-Jährige verantwortlich. Dazu kommt ein umfangreiches Beratungs- und Aufklärungsangebot hinsichtlich der verschiedensten, durch  Kassen abgedeckten, Entlastungsofferten, welche Angehörige von Demenzkranken nutzen können. „Ich möchte, dass Angehörige von demenziell Erkrankten wissen, dass es Entlastungsmöglichkeiten gibt, und dass sie einen Anspruch darauf haben, sobald ein Pflegegrad bei den Betroffenen vorliegt“, betont Jasmin Ottow.

 

Im Umgang mit Menschen ist die Mutter zweier Töchter seit Langem geübt: Nach dem Examen arbeitete die ausgebildete Krankenschwester und gebürtige Mönchengladbacherin, die ursprünglich am liebsten Physiotherapeutin werden wollte, zunächst auf der Inneren des Bethesda Krankenhauses. Danach sammelte sie auch noch Erfahrungen in der Ambulanz und sogar als Klinik-Repräsentantin war die sympathische Macherin im Einsatz und organisierte eigenständig ganze Kongresse. Ganz andere Einblicke gewann die fleißige Gesundheitspflegerin als sie bei einem ambulanten Pflegedienst anheuerte und sich Patienten im häuslichen Bereich widmete. Eine weitere Herausforderung nahm die engagierte Ottow dann im Bereich Homecare als Vertrieblerin in einem Düsseldorfer Sanitätshaus an. Fortan standen Beratungen in den Bereichen Enterale Ernährung, Wechseldruck-Systeme bei Vorliegen von Dekubitus und Wundversorgung an. „Die moderne Wundversorgung ist dann mein absolutes Steckenpferd geworden, weil ich mich stark für dieses faszinierende Thema interessiert habe“, erzählt die 40-Jährige. Auch habe sie Fortbildungen zu diesem Themenbereich in Altenheimen gegeben.  Und das offenkundig so gut, dass die eloquente Jasmin schon bald darauf von der Industrie abgeworben und fortan für den Multitechnologiekonzern 3M Deutschland GmbH tätig werden konnte.

 

Das freie Reden vor großen Gruppen bereitet der 40-Jährigen ohnehin keine Schwierigkeiten. Hat sie doch als passionierte Hobbysängerin, die auch auf Hochzeiten auftritt, schon jede Menge Erfahrung im Umgang mit Publikum. Gemeinsam mit ihrer Band, Martini & the Rocks, die derzeit noch einen weiteren Sänger sucht, tritt Jasmin Ottow regelmäßig auf. „Nachdem ich bei TV-Vocal-Coach Mischa Züwerink Gesangsunterricht genommen habe, sang ich im Gospel-Chor, „His Voice - Gospel People International“, mit dem wir auf Amerika-Tour gingen und in New York und Alabama auftraten“, erinnert sich die Demenzdienste-Leiterin noch genau. Sogar vor Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Solingerin in diesem Zusammenhang ihr Gesangstalent schon unter Beweis gestellt. „Bei einer Wahlkampf-Veranstaltung waren wir als Begleitchor für das Event gemeinsam mit Gast-Stars wie Jennifer Rush für Merkel gebucht.“

Jetzt hat die BED-Chefin der Malteser jedoch mindestens noch ebenso Spannendes vor: Für das Entlastungscafé der Hilfsorganisation ,das noch zahlreiche freie Plätze für weitere Gäste anbieten kann, plant Ottow schon jede Menge abwechslungsreicher Aktionen. „Ein halbes Jahr ist ist schon vergangen und die Arbeit hier macht mir großen Spaß, die Zusammenarbeit mit den Kollegen läuft wunderbar und verschiedene Abläufe konnten sogar noch optimiert werden. Jetzt stehen auch noch besonders schöne Unternehmungen für unsere Besucher an.“  Die Gäste und Nutzer der Café-Malta-Angebote dürfen sich also schon jetzt auf eine aktive, interessante und unterhaltsame Zeit freuen.

 

 

 

 

 

 

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