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Malteser in Langenfeld Rhld.

Rund 50 Besucher beim Tag der offenen Tür im Café Malta

Demenzparcours forderte Besucher ungemein

17.05.2019
Einen Schuh auf diese Weise zuzubinden, verdeutlicht wie Demenzerkrankte sich fühlen können
Zahlreiche Besucher schauten beim Tag der offenen Tür vorbei
Das Ensemble des Chores One Passion gibt es seit vier Jahren und begeisterte alle
Große Herausforderung, auch für gesunde Menschen
Das Unternehmen KM Coaching gab Infos rund um Tai Chi für Demenzerkrankte

Langenfeld. Mit kräftigen Stimmen und gefühlvollen Sounds, die unter die Haut gingen, sorgten sie jetzt für allseits fröhliche Stimmung im Café Malta: Das elfköpfige Ensemble des Langenfelder Gospel-Chors „One Passion“ (www.onepassion.de). Unter der Leitung von Esther Zanders war dieses nämlich auf Initiative von Demenzdienste-Leiterin Jasmin Ottow am Freitag in die Begegnungsstätte für demenziell erkrankte Menschen in die Industriestraße gekommen und bereicherte den ersten Tag der offenen Tür in diesem Jahr ungemein. Für die öffentliche Info-Veranstaltung rund um das Leistungsangebot des Cafés, welches sich auch als Entlastungsstätte für Angehörige von Demenzkranken versteht, hatte sich Jasmin Ottow einiges einfallen lassen.

 

Mit Unterstützung von Petra Kremer vom Senioren Büro der Stadt Langenfeld konnte ein echter Demenzparcours in den Räumlichkeiten an der Industriestraße aufgebaut werden. Mittels einzelner Stationen hatten die rund 50 erschienen Besucher die Möglichkeit, sich einmal ganz konkret in die Gefühlswelt von demenziell erkrankten Menschen einzufinden. So gab es beispielsweise die Aufgabe, Schnürsenkel eines in einer an der Rückseite offenen Holzkiste befestigten Turnschuhs zuzubinden, welchen man lediglich über einen Spiegel seitenverkehrt betrachten und einzig durch das Hindurchstecken seiner Hände durch zwei auf der Kistenvorderseite eingelassene kleinen Öffnungen berühren konnte. Gar nicht so leicht und der Ehrgeiz, welcher sich bei zahlreichen freiwilligen „Probanden“ bei diversen untauglichen Versuchen einstellte, war nicht zu übersehen. „Die Aufgaben vermitteln ein Gefühl“, erklärt Petra Kremer, die gemeinsam mit Kollegin Susanne Borghardt den gesamten Nachmittag über für Fragen zur Verfügung stand. Während gesunde Menschen Strategien entwickelten, um die Aufgaben zu erfüllen, sei dies für kognitiv beeinträchtigte Menschen oftmals extrem schwierig. Dass Dinge jedoch häufig nicht mehr gelängen, führe zu Unmut, zumal das Bewusstsein, dass etwas schieflaufe, durchaus noch vorhanden sei.

 

Bei Kaffee und Kuchen informierten sich die zahlreich erschienen Besucher über das gesamte Leistungsspektrum des Cafés. Neben einzelnen Gruppenstunden, an denen demenziell Erkrankte teilnehmen können, während sie von speziell geschulten ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut und aktiviert werden, gibt es im Bereich der Abteilung Malteser-Demenzdienste auch noch weitere interessante Angebote. So besuchen ausgebildete Demenzbegleiter im Rahmen des Besuchs- und Entlastungsdienstes (BED) Menschen, die an Demenz erkrankt sind auch zu Hause und verbringen wertvolle Zeit mit ihnen. Außerdem gibt es betreute Ausflüge, bei denen Erkrankte gemeinschaftlich besondere Plätze in der näheren Umgebung besuchen, Spaziergänge an der frischen Luft unternehmen und zusammen Kaffee trinken. Beim Tag der offenen Tür im Café Malta konnten sich sämtliche Gäste jetzt aber auch ganz genau über das Tai Chi-Angebot des Unternehmens KM Coaching in Langenfeld informieren. Hintergrund: Wissenschaftliche Studien hatten belegt, dass kognitive Fähigkeiten mithilfe der chinesischen Kampfkunst länger erhalten bleiben können. Regelmäßiges Training mit Betroffenen könne sich insoweit sehr positiv auswirken. Nach rund drei Stunden Infos, Musik und jeder Menge guter Gespräche endete der Tag der offenen Tür im Café Malta gegen 18.00 Uhr. Demenzdienste-Leiterin Jasmin Ottow zieht eine positive Bilanz und freut sich schon jetzt auf die nächsten nahenden Veranstaltungen in der Begegnungsstätte für demenziell erkrankte Menschen.

 

 

 

 

 

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