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Malteser in Langenfeld Rhld.

Mittelstands – und Wirtschaftsvereinigung der CDU Langenfeld begeistert vom Leistungsspektrum der Malteser

Hilfsorganisation als Vorbild für die Wirtschaft

04.07.2019
Die MIT-Vorsitzende, Dr. Barbara Amler, testet den Hausnotruf-Knopf
Die Mitglieder der Mittelstandsvereinigung zeigten sich begeistert von der Wagenhalle der Malteser
Auch die Diözesanoberin Alexandra Bonde war eigens angereist
Die Gäste hatten einige Fragen zum Thema Hausnotruf
Das Cafe Malta gefiel den Besuchern besonders gut
Diözesanoberin Alexandra Bonde ernete Applaus für ihren Vortrag zum Thema Umgang mit Ehrenamtlern
Dr. Barbara Amler bedankte sich im Namen der MIT herzlich für den informativen Abend

Langenfeld. Trotz hochsommerlicher und geradezu anstrengender Hitzerekord-Temperaturen am frühen Abend freuten sich rund ein Dutzend Mitglieder der Langenfelder Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT) jetzt darauf, einen ganz besonderen Termin wahrzunehmen. Die Langenfelder Malteser hatten zu einem Informationsabend geladen, der speziell für die MIT konzipiert wurde. Die Hilfsorganisation wollte ihr lokales Leistungsspektrum im Rahmen einer ausführlichen Präsentation ihrer Angebote vorstellen und hatte sich dafür einiges einfallen lassen. Nach der Begrüßung der Gäste in der Villa Malta durch den Stadtbeauftragten Norbert Nitz wurde die Besuchergruppe in die große Fahrzeughalle an der Industriestraße geleitet. Dort erläuterte Zugführer Christian Nitz seinem aufmerksamen Publikum im Rahmen eines 15minütigen Vortrags vor den zahlreichen Einsatzfahrzeugen der Gliederung, was es mit den Themen Notfallvorsorge, Einsatzdienste und Katastrophenschutz auf sich hat. Dass sich allein in diesem Bereich regelmäßig 66 Ehrenamtliche engagieren, beindruckte die erfreuten Gäste. Auch die unterschiedlichen Fahrzeuge und deren Einsatzbestimmungen interessierte die Besucher

Nach Vorstellung der verschiedenen Aufgabenbereiche wollte die MIT-Vorsitzende, Dr. Barbara Amler, noch gerne wissen, in welcher Größenordnung die Hilfsorganisation der Stadt Personalkosten einspare, wenn sie sich beispielsweise im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Einsätze engagiere. Dies sei eine gute Frage, lachte Dienstellenleiter Nitz daraufhin und erklärte, dass im Bereich des Katastrophenschutzes maximal die Aufwendungen ersetzt würden. So würden beispielsweise Ehrenamtler, die sich hier betätigten, im Ernstfall von ihrem Arbeitgeber für den jeweiligen Einsatz freigestellt. Nachdem die Lohnkosten während der verstreichenden Arbeitszeit fortgezahlt werden müssten, würde dies insoweit der anfordernden Stelle in Rechnung gestellt.

 

Im Anschluss an den ersten Info-Block erwartete die Gruppe dann eine Präsentation der Erste-Hilfe-Angebote durch Ausbildungsleiter Friedhelm Vater. Kompakt erläuterte dieser gerade die Bedeutsamkeit der gesetzlich vorgeschriebenen Kurse für Angehörige von Betrieben ab einer bestimmten Größenordnung. Anhand einer Puppe demonstrierte Vater so denn auch die wichtigsten Handgriffe und Verhaltensregeln bei einer notwendig werdenden Reanimation. Sämtliche Fragen der Gäste rund um wichtige Maßnahmen bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung beantwortete der Erste-Hilfe-Ausbilder detailliert.

 

Danach lud Hausnotruf-Mitarbeiterin Jutta Gravalas im Ausbildungsraum der Villa zu einem Vortrag über die sogenannte “Hilfe auf Knopfdruck“ ein. Was das besondere Angebot der Malteser dabei ausmache, erläuterte die langjährige Mitarbeiterin insoweit anhand zahlreicher Beispiele. Die Funktionsweise des Hausnotruf-Geräts, welches Gravalas aus Gründen der besseren Veranschaulichung sogar eigens mitgebracht hatte, interessierte die MIT-Mitglieder, die den Knopf zum Verbindungsaufbau mit der Hausnotrufzentrale selbst drücken durften, zum Teil ganz besonders. So wollte der stellvertretende Vorsitzende, Rüdiger Augustat, beispielsweise erfahren, was das Gerät im Gegensatz zu einer Spracherkennungs- und Verarbeitungssoftware wie Siri besser könne. „Diese Technik ist ja ganz gut, nur was kommt dahinter“, läutete Norbert Nitz die sich aufdrängende Frage ein. Schließlich müsse man ja in der Zentrale registriert sein, damit die entsprechenden Unterlagen eingesehen werden könnten und sichergestellt sei, dass auch zügig etwas passiere. Die Grunddaten, wie Anschrift, womöglich konkrete Wohn-Etage, Alter, Vorerkrankungen und ggfs. zu benachrichtigende Personen, müssten ja zwingend vorhanden sein, um reagieren und schnell notwendige Maßnahmen einleiten zu können. All dies bietet der Hausnotruf der Malteser.

 

Nach einer kleinen Erfrischungspause, in welcher den Gästen kühle Getränke offeriert wurden, begab sich die Gruppe in das im Erdgeschoss der Villa gelegene Café Malta. Die Begegnungsstätte für demenziell erkrankte Menschen der Malteser, die auch als Entlastungsstätte für Angehörige von Betroffenen gilt, ​faszinierte so manchen Besucher besonders. Zunächst ergriff dann Besuchs- und Begleitungsdiensteleiter (BBD) Dietmar Servatius das Wort. Dieser hieß die Gäste erst in der „guten Stube“ willkommen und wies darauf hin, dass extra alles im Zeitgeschmack der betroffenen, meist älteren Café-Gäste, eingerichtet worden sei.

 

Der seit zehn Jahren bestehende BBD zählt zu den Sozialen Diensten der Malteser und freut sich gegenwärtig über 31 aktive ehrenamtliche Mitarbeiter, davon 19 Damen und zehn Herren. Diese würden einmal wöchentlich stundenweise Menschen in Langenfeld und Monheim besuchen, erklärte Servatius dem Publikum, um Qualitätszeit mit ihnen zu verbringen. Auch das Konzept des monatlich stattfindenden Malteserstübchen erläuterte Servatius den begeisterten Gästen. Dass es dabei stets selbst gebackenen Kuchen und auf den Gästelisten ob der Beliebtheit der Veranstaltung kaum noch frei Plätze gebe, vergaß er dabei nicht zu erwähnen. Auch das Projekt Mobiler Einkaufswagen, welches innerhalb des BBDs angesiedelt ist und Ende letzten Jahres offiziell eingeläutet wurde, stieß bei einigen unter den Besuchern auf großes Interesse. Im Rahmen dieses Projektes werden ältere, häufig alleinstehende Menschen einmal wöchentlich unentgeltlich zum Einkaufen in einen Supermarkt gefahren und auf Wunsch beim Einkaufen unterstützt. Anschließend gibt es jedes Mal ein gemeinsames Kaffeetrinken, denn auf diese Weise entstünden auch soziale Kontakte.

 

Alles zum Thema Besuchs- und Entlastungsdienst (BED) erläuterte sodann Ehremamtler Reinhard Palenta. Sobald eine Demenz nachgewiesen ist, können angemeldete betroffene Menschen an Gruppenstunden in der Malteser-Begegnungsstätte für dementiell Erkrankte teilnehmen. Die Kosten hierfür können unter bestimmten Voraussetzungen von der Pflegekasse übernommen werden. Der Service der Malteser, bei dem sich ausschließlich speziell ausgebildete Mitarbeiter der Erkrankten annehmen, bietet gerade betroffenen Angehörigen immer wieder eine Zeit der Entlastung. Auch von der Eins- zu-Eins-Betreuung zu Hause, bei welcher Ehrenamtler der Malteser Demenzerkrankte in ihrer häuslichen Umgebung besuchen, zeigten sich die Gäste der MIT begeistert.

 

Zum Abschluss des offiziellen Programmes ergriff sodann die eigens für diesen Termin aus Köln angereiste Diözesanoberin und stellvertretende Diözesanleiterin, Alexandra Bonde, das Wort. Wie unterschiedlich Menschen eine Führungsrolle ausübten, thematisierte die Kölner Diplom-Kauffrau in ihrer Ansprache. Was ist Führung und was macht Führung im Ehrenamt so besonders, lautete nämlich die Fragestellung, welche sie im Zuge des Besuchs der Mittelstandsvereinigung erörtern wollte. Im Ehrenamt müsse man sich die Frage stellen, wie man Menschen für sich und seine Ziele gewinnen könne. „Wie lässt sich also das Wirken der Menschen so gestalten, dass sie sich ohne vertragliche Bindung und unentgeltlich zu hohen Leistungen bewegen lassen“, fuhr die 54-Jährige fort.  Das Augenmerk müsse daher noch deutlicher auf den Menschen gerichtet, die Hinwendung zu ihm noch besser verinnerlicht werden. Das Entgegenbringen von Sympathie, Interesse und Aufmerksamkeit müsse selbstverständlich sein. Ans Herz legen wollte die Diözesanoberin den Gästen vor allem, dass diese Achtsamkeit, Wertschätzung und Motivation in ihren Unternehmen noch wichtiger nehmen sollten, als sie es ohnehin schon täten. Führung sei nämlich noch viel mehr als Ziele vorzugeben, Aufgaben zu delegieren und Ergebnisse zu kontrollieren. „Führung ist mehr als Management“, endete Bonde ihre Rede und erntete tosenden Beifall von ihrem Publikum.

 

Nach einem informativen Rundgang im Malteser-Einsatzzentrum gab es dann noch ein eigens von Mitgliedern des Feldküchenteams liebevoll zubereitetes Abendessen, welches sich die Gäste gerne schmecken ließen. Auch die kühle Nachspeise, Eis mit Erdbeeren, fand zügig Abnehmer. Während des abendlichen Snacks nutzten die Anwesenden dann noch einmal die Gelegenheit zum regen Austausch.

 

Den interessanten Abend resümierte die MIT Vorsitzende Dr. med. Barbara Amler so denn auch auf diese Weise: „Die Malteser haben ihre Aufgaben über die Jahrhunderte erfolgreich angepasst. Ich kenne im Gegensatz dazu kein Familienunternehmen, das 1000 Jahre alt wäre.“ Außerdem sei es interessant gewesen, von Herrn Nitz zu erfahren, dass sich die Malteser ihre Aufgaben in der Stadt auch selbst suchten und gestalteten. Wo es in der Gemeinde Bedarf gebe, werde eben geschaut, wie man es finanziell und personell hinbekomme. „Die Malteser sind damit eine sehr selbstbestimmte Organisation, die sich am Wohle der Gemeinschaft ausrichtet und ich glaube, dass wir in der Wirtschaft auch diese Wege gehen sollten, dass die Menschen den Eindruck haben, das Unternehmen dient mir und nicht nur ich dem Unternehmen. Da finde ich, ist Ihre Organisation wirklich ausgesprochen modern und hat eine Vorbildfunktion.“

 

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