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Malteser in Langenfeld Rhld.

„Es ist eine Bereicherung sich um ältere Menschen zu kümmern“

Der Besuchs-und Entlastungsdienst der Malteser sucht weitere Helfer

16.07.2019
Auch Aktivierungsübungen für Arme und Hände sind Teil des Besuchs
Damit Muskeln und Sehnen in Gang kommen, praktiziert BED-lerin Ranghild (rechts) gerne leichte Übungen mit Christel
Die Unterhaltungen sind bei den Besuchen das Wichtigste, der gegenseitige Austausch steht im Vordergrund
Gelegenheit an die frische Luft zu gehen, gibt es jederzeit
Seniorin Christel genießt die Besuche von Ranghild Spooren in jeder Woche aufs Neue

Langenfeld. Wenn Ranghild Spooren vier ganz individuelle Stunden in der Woche mit Seniorin Christel (79) verbringt, dann ist dies für die 56-Jährige jedes Mal die reinste Freude. Seit Anfang des Jahres engagiert sich die Mutter zweier erwachsener Kinder ehrenamtlich im Besuchs- und Entlastungsdienst (BED) der Malteser. In der Abteilung Demenzdienste, bei welcher der BED angesiedelt ist, geht es darum, Qualitätszeit mit Menschen zu verbringen, die demenziell verändert sind. Als “BED-lerin“ besucht Ranghild Spooren ihren Schützling Christel regelmäßig zu Hause, unterhält sich mit ihr oder aktiviert sie. „Wir machen viel Gymnastik, Bewegung und Massage“, erzählt die Langenfelderin. Es gebe einige Körperregionen, welche man mit zunehmendem Alter kaum noch gebrauche. Während man als Kind unglaublich aktiv sei, sich viel bewege und herumspringe, würde sich dies irgendwann verlieren, gerade, wenn man allein lebe.

 

Zueinander gefunden hatten die Ehrenamtlerin und die kultivierte Christel, die auch regelmäßiger Gast im Café Malta ist, im Rahmen einer kurzen Findungsphase. Nachdem zur Debatte stand, dass die 79-Jährige auch gerne daheim regelmäßige Gesellschaft haben würde, war Demenzdienste-Leiterin Jasmin Ottow sogleich tätig geworden. „Ich schaue dann gezielt nach Ehrenamtlichen, die auch Hausbesuche in Erwägung ziehen. Wir fahren gemeinsam hin und wenn die Chemie zwischen beiden stimmt, kann es losgehen“, beschreibt Ottow die übliche Vorgehensweise. Dass sich beide sogleich hervorragend verstanden haben, erzählt auch die 79-jährige Christel. „Das war quasi wie Liebe auf den ersten Blick“, strahlt die Seniorin, deren in direkter Nachbarschaft lebende Tochter zwischenzeitlich viel Organisatorisches für die belesene Rentnerin übernimmt. Das Wichtigste bei den häuslichen Besuchen durch den Besuchs- und Entlastungsdienst stellt jedoch immer wieder das gemeinsame Gespräch dar: „Es ist für einen selbst auch bereichernd, weil man so viele Facetten des älter werdenden Menschen mitbekommt“, sagt Ranghild Spooren. Gerade demenziell Veränderte würden häufig recht viel erzählen. Unabhängig davon, ob es um Sorgen, Freuden, Nöte oder Erlebtes gehe, öffne man sich zwangsläufig auch selbst, nachdem eine Unterhaltung ja auch stets etwas Gegenseitiges sei. „Man blättert dann auch schon mal im eigenen Leben“, weiß die 56-Jährige.

 

Weil sie unweit der Malteser-Dienststelle wohnt und häufig daran vorbeigekommen war, wurde Spooren auf die Hilfsorganisation aufmerksam. Jetzt verbringt die Langenfelderin ihre Freizeit deshalb besonders gerne in diesem Ehrenamt, weil ihr die Arbeit mit und für Menschen außergewöhnlich viel Freude bereitet. „Möglicherweise ergibt sich daraus auch eine berufliche Neuorientierung", überlegt Ranghild Spooren jetzt sogar. Dass sie bei all dem Vergnügen jedoch auch ehrenamtlich dabeibleiben wird, liegt für sie auf der Hand. Daher kann die 56-Jährige auch nur jedem, der ein bisschen Zeit erübrigen kann, empfehlen, sich im Malteser Besuchs- und Entlastungsdienst zu engagieren. „Man sollte zwischenmenschliche Wärme mögen und Kontakte zulassen können“, rät die Ehrenamtlerin. Der BED der Malteser sucht noch weitere ehrenamtliche Helfer, die Lust dazu haben, sich in deren häuslichen Umfeld als Gesellschafter stundenweise um demenziell veränderte Menschen zu kümmern. Erforderlich ist eine von der Hilfsorganisation angebotene Demenzbegleiter-Qualifizierung nach nordrheinwestfälischer Anerkennungs- und Förderungsverordnung. Die nächste beginnt am 14. September 2019. Infos und Anmeldung unter demenz.langenfeld(at)malteser(dot)org oder Tel.: 02173/81188

 

Weitere Informationen

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