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Malteser in Langenfeld Rhld.

Dietmar Servatius: „Wir könnten noch viel mehr Leute chauffieren“

Schon 100 Mal hat der Mobile Einkaufswagen der Malteser Fahrt aufgenommen - Bisher nutzen nur Damen das Angebot

29.07.2019
Der Mobile Einkaufswagen der Malteser hat schon 100 Mal Fahrt aufgenommen
Das Team freut sich auf jede einzelne Shoppingtour
Früher mussten die Tour-Gäste noch ihre eigenen Taschen und Körbe mitbringen
Reinhard Palenta schaffte nun eigens praktische Kisten für die Einkaufsfahrt an
Mithilfe von Teleskopstangen wird die Kofferraum-Ladung jedes Mal gut gesichert
Auf die nächsten Touren freut sich die MEW-Mannschaft schon jetzt. Gerne sollten sich auch Herren für den unentgeltlichen Transport zum Supermarkt anmelden

Langenfeld/Monheim. Einkaufen zu gehen ist für viele Menschen das Selbstverständlichste der Welt. Jenen, die sich jedoch nicht mehr zutrauen, eigenständig loszuziehen, um Kühl- oder Vorratsschrank wieder aufzufüllen, entgeht nicht nur das Aussuchen der Waren. Seit acht Monaten bieten die Langenfelder Malteser für Menschen, die sich aus gesundheitlichen oder Altersgründen nicht mehr selbst auf Shoppingtour begeben, den Mobilen Einkaufswagen (MEW) an.

 

100 Mal hat das behindertengerechte Auto nun schon Fahrt aufgenommen. Unentgeltlich werden angemeldete Mitfahrer aus Langenfeld und Monheim an bestimmten Tagen von zu Hause abgeholt und zu einem nahegelegenen Supermarkt gefahren. Wer sich nämlich einzig auf Nachbarn oder Verwandte verlassen muss, um regelmäßig frische Lebensmittel zu erhalten, verpasst auch das Einkaufserlebnis: Einmal wieder herauskommen und eine andere Umgebung sowie Menschen sehen, erleben, was es an neuen Produkten auf dem Markt gibt und selbst entscheiden, was in den Einkaufswagen kommt. Mitgenommen werden pro Fahrt jeweils bis zu vier Gäste, denn ihre Sorgfaltspflicht nehmen die Malteser, welche die Shopping-Tour in Zweierteams begleiten, ernst. „Wenn sich jeweils zwei ehrenamtliche Kollegen um die Einkaufsfahrt kümmern, können sie es gemeinsam leisten, die Mitfahrenden problemlos individuell beim Shopping zu unterstützen“, sagt Dietmar Servatius (Leiter des Besuchs- und Begleitungsdienstes - BBD). Man müsse schließlich auch auf die Gäste achten und für sie da sein.

 

Zurzeit nutzen das kostenlose Service-Angebot der Malteser ausschließlich Damen. Woran es liegt, dass männliche Senioren sich bisher noch nicht angemeldet haben, ist dem zwischenzeitlich 14-köpfigen Team ein Rätsel. „Wenn wir auf dem Supermarkt-Parkplatz die Waren im Fahrzeug verstauen, werden wir oft von Menschen angesprochen, die uns für dieses spezielle Engagement loben“, erzählt Fahrer Michael Dünnebeil. Wenn er Älteren unter ihnen anböte, den Service doch ebenfalls mal in Anspruch zu nehmen, würden gerade Herren unter ihnen häufig erwidern, dass sie soweit doch noch nicht seien. Dabei ist jede Fahrt nicht nur zuverlässige Hilfe, sondern auch großes Vergnügen: Die Mitfahrenden kennen sich zum Teil mittlerweile untereinander, freuen sich auf das Zusammentreffen und tauschen Neuigkeiten und Tipps aus. Der Kaffee, der im Anschluss an den Einkauf vor der Heimreise regelmäßig gemeinschaftlich eingenommen wird, ist mittlerweile längst zum Highlight der Shoppingtour geworden. „Wir haben noch Kapazitäten und könnten theoretisch 40 Menschen pro Woche zum Einkaufen fahren“, sagt Dietmar Servatius. Erst vor sechs Monaten war die Anzahl der Fahrten aufgestockt und noch weitere ehrenamtliche Fahrer angeworben worden. Augenblicklich gebe es ein Grüppchen regelmäßiger Mitfahrerinnen sowie eine Anzahl von mehreren unregelmäßig Teilnehmenden. Gerechnet hatte Servatius mit einem größeren Ansturm.

 

Seit Neustem haben die ehrenamtlichen Malteser das “Prinzip MEW-Fahrt“ sogar noch optimiert: Fahrer Reinhard Palenta hatte große Kunststoff-Boxen angeschafft, welche exakt im Einkaufswagen Platz finden. Diese können die Gäste beim Shoppen nutzen. Nach der Heimfahrt tragen die Malteser den Gästen jene Kisten bis in deren Wohnungen und holen sie einige Tage später wieder ab. Auf diese Weise können die Senioren ihr Einkaufsgut in aller Ruhe ausräumen und brauchen selbst keinen Einkaufskorb mitzubringen. Für noch effizientere Nutzung und Sicherung des Laderaums konnte Fahrer Michael Dünnebeil Teleskopstangen anbringen. Nun können jede Menge Kisten Tetris-artig verstaut werden.

 

Um jede Fahrt zum Einkaufserlebnis zu machen, investieren die Malteser von der Vorbereitung bis zur Abwicklung und Nacharbeit regelmäßig rund sechs Stunden Zeitaufwand. „Wenn sich neue Leute anmelden, checke ich die Strecke im Vorfeld, um einzuschätzen, wie man den Standort bei der Abholung der Gäste am besten berücksichtigt und wo man mit dem Fahrzeug gut anhalten kann“, erzählt Ehrenamtler Werner Schneider. Doch gerade das Gesamtprojekt Mobiler Einkaufswagen mit all seinen Facetten bereitet den Beteiligten unglaublich viel Spaß. Über jede Menge weitere Shopping-Fahrgäste, auch über männliche, würden sich die Ehrenamtler daher gewiss riesig freuen. Infos und Anmeldung unter: Tel.: 02173/81188

 

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE29370601931201210255  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7