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Malteser in Langenfeld Rhld.

So läuft das Freitagsfrühstück für Angehörige von demenziell veränderten Menschen

Nahrhafte Stärkung, wertvolle Tipps und ein wenig Entspannung

08.08.2019
An jedem ersten Freitag im Monat findet das Frühstück für Angehörige demenziell veränderter Menschen statt
Demenzdienste-Leiterin Jasmin Ottow freut sich über viele Gäste
Zum Frühstück gibt es reichhaltige Auswahl
Beim gemeinsamen morgendlichen Snacken werden viele Punkte angesprochen
Die Angehörigen tauschen sich über unterschiedlichste Themen aus, geben einander aber auch viele Tipps rund um die Betreuung von Menschen mit Demenz oder darüber, welche Ansprüche man finanziell geltend machen kann

Langenfeld. Wenn Jasmin Ottow an jedem ersten Freitagmorgen im Monat in die Villa Malta an der Industriestraße 88 lädt, dann ist wieder Frühstückszeit. Die Leiterin der Malteser-Demenzdienste hatte das neue Treffen für Angehörige von demenziell veränderten Menschen ins Leben gerufen, damit diese sich in ungezwungenem Rahmen begegnen und austauschen können. Gegen eine Kostenpauschale von 2,50 Euro können sich die Gäste im Wintergarten der Villa an einem reichhaltigen Frühstück mit frischen Brötchen und anderen Köstlichkeiten gütlich tun. Das Besondere: Im Kreis von Leuten, die im engeren Umfeld ebenfalls mit Menschen mit Demenz zu tun haben, existiert keine Scheu davor, sich auch mal die eine oder andere Frustration von der Seele zu reden. Bei anhaltender Nonstop-Belastung kann diese nämlich entstehen. Innerhalb der Freitagsfrühstückgruppe ist bestens bekannt, wie leicht man im Rahmen der Pflege kognitiv veränderter Menschen auch schon mal an seine Grenzen stößt.

 

„Manchmal schreie ich los“, erzählt Ursula (69) aus Langenfeld, die sich um ihren erkrankten Ehemann kümmert und heute zum ersten Mal am Freitagsfrühstück teilnimmt. „Ich sage dann aber direkt dazu, Du bist nicht schuld und ich bin nicht schuld, es ist einfach die Situation“, ergänzt sie. Elke hatte schon ihre an Alzheimer erkrankte Schwiegermutter gepflegt. Heute kümmert sich die 76-jährige Großmutter einer zweijährigen Enkelin um ihren demenziell erkrankten Mann. „Als es damals bei meiner Schwiegermutter losging, war ich um die 50 und diesbezüglich noch recht blauäugig. Ich dachte nämlich zunächst, ihr verändertes Verhalten sei lediglich eine Art Alters-Nickeligkeit“, erinnert sie sich. Heute gebe es glücklicherweise wesentlich mehr Hilfe und bessere Mittel. Seit ihr Ehemann im Landeskrankenhaus gewesen und mit entsprechenden Medikamenten eingestellt worden sei, habe sie den Eindruck, dass er wesentlich klarer gucke. Irmgard (78), die sich um ihren erkrankten Gatten kümmert, beklagt, „Man denkt immer noch, man hätte einen Mann“. Diskussionen jedoch seien außerordentlich schwierig, erläutert die elegante Langenfelderin. „Ich war immer eine Powerfrau, doch jetzt muss ich auf mich achten, da ich im Krankenhaus war. Daher habe ich mir vorgenommen, fortan alles ruhiger angehen zu lassen“, bekräftigt die 78-Jährige.

 

Doch nicht nur über den Alltag mit ihren von der Erkrankung betroffenen Angehörigen wird beim ausgiebigen Frühstück gesprochen. Auch herkömmliche Themen, wie beispielsweise effiziente Diäten oder auch das Fernsehprogramm vom Vortag werden erörtert. Die lockere Atmosphäre und der Umstand einmal herauszukommen, etwas anderes zu sehen und eben nicht ausschließlich vom belastenden Krankheitsbild zu sprechen, ist genau die Mischung, die den neuen Treff so interessant macht. „Einmal Ablenkung vom Alltag zu erfahren und andere Angehörige zu treffen, die in derselben Situation stecken, wie man selbst, hat auch etwas befreiendes“, bestätigen die Gäste des Freitagsfrühstücks. Auch hilfreiche Tipps werden hier ausgetauscht. So sind sich manche Pflegende überhaupt nicht im Klaren darüber, welche Ansprüche sie unter welchen Voraussetzungen auch in finanzieller Hinsicht geltend machen können.

 

Neben der fachlichen Kompetenz von Malteser-Demenzdienste-Leiterin Jasmin Ottow, die immer für Fragen zur Verfügung steht, bereichern auch solche Frühstücksteilnehmer die Veranstaltung, die von ihren mit Kassen gemachten Erfahrungen berichten und wichtige Ratschläge geben können. Beim gemütlichen Plausch, welcher regelmäßig von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr angesetzt ist, brauchen sich die Frühstücksgäste noch nicht einmal um ihre zu pflegenden Angehörigen zu sorgen. Wer möchte, kann diese nämlich mitbringen und im Café Malta gegen eine Gebühr von 12,50 Euro pro Stunde von geschulten Demenzbegleitern betreuen lassen. Auf diese Weise kann das Freitagsfrühstück, das zum nächsten Mal am Freitag, dem 06.09.2019 stattfindet, in aller Ruhe genossen werden. Infos und Anmeldung unter: demenz.langenfeld(at)malteser(dot)org oder Tel.: 02173/81188

 

Weitere Informationen

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