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Malteser in Langenfeld Rhld.

Malteser "Trucker-Babe" Christiane Nadolny scheut sich nicht vor großen Autos

Spielend leicht einen Dreieinhalb-Tonner fahren

17.02.2020
Christiane Nadolny liebt es, nach intensiven Fahrtrainings am Steuer des MEWs zu sitzen
Während der Shoppingfahrten hat die Malteserin alles im Griff
Auch mit der Technik des behindertengerechten Fahrzeugs kennt sich Christiane bestens aus
Mit Kollegen Achim Skiera fährt Nadolny gerne
Durch Einwinken unterstützt der Kollege Christiane in engeren Bereichen
Nach der Ankunft am Supermarkt kann das Shoppen mit älteren Herrschaften beginnen
Mit Kollegen Dietmar Servatius versteht sich Christiane blendend

Langenfeld. Womöglich würde sich nicht unbedingt jeder darum reißen, sich regelmäßig ehrenamtlich hinter das Steuer eines Dreieinhalb-Tonners zu setzen und die Verantwortung für mehrere ältere Herrschaften zu übernehmen, welche man damit hin- und her kutschiert. Mit einem behindertengerechten Fahrzeug, das in seiner Länge über fünf Meter misst und knapp zwei Meter hoch ist, will das Fahren gelernt sein. Unter Umständen jedoch ist die Vorstellung davon, mit dem imposanten Gefährt vielleicht nicht klarzukommen, viel beängstigender als die Realität. Denn habe man einst den Versuch unternommen, sei das Ganze quasi ein Kinderspiel, sagt zumindest sie. Die Rede ist von Christiane Nadolny (56). Die frühere verbeamtete Telekom-Mitarbeiterin engagiert sich seit einem Jahr im Team des Mobilen Einkaufswagens (MEW) der Malteser. Der Service richtet sich an ältere Menschen, die nicht mehr allein einkaufen gehen können. Geboten wird die Möglichkeit, sich nach telefonischer Anmeldung an bestimmten Terminen kostenfrei von zu Hause abholen zu lassen, gemeinsam einkaufen zu gehen und wieder heimgefahren zu werden. Das Angebot der Hilfsorganisation ist mittlerweile sehr gefragt und so hatten die Malteser vor kurzem noch weitere Helfer gesucht, die das Projekt tatkräftig unterstützen würden. Unter den Bewerbern auch Christiane Nadolny. „Ich bin erst einmal einfache Begleiterin bei den Shoppingtouren gewesen,“ erzählt die Mutter einer erwachsenen Tochter. Dann jedoch sei der frühere Diensteleiter, Dietmar Servatius, auf sie zugekommen und habe geäußert, dass auch dringend Fahrer gesucht würden. „Ich dachte mir, warum nicht, sei mal mutig und mach einfach“, erinnert sich Nadolny. Mit dieser Haltung bildete die 56-Jährige schnell eine Ausnahme unter ihren Geschlechtsgenossinnen und durchaus auch unter verschiedenen Herren, welche sich ebenfalls im MEW-Team engagieren. Das Motto unter den Damen und einzelnen männlichen Helfern lautet nämlich eher: Begleiten ja, den Shoppingbus selbst fahren jedoch eher nicht. Der Respekt vor dem großen Auto mit eigener Rollstuhlhebebühne und Platz für sieben Fahrgäste samt Rollatoren und Gepäck ist nachvollziehbar. Für Christiane Nadolny jedoch mittlerweile kein Problem mehr: Nach einem vorgeschriebenen Fahrtraining in Meckenheim, inklusive Theorie und Parcoursfahrt-Übungen sowie vorwärts und rückwärts einparken, ist die 56-Jährige nach zig eigenständigen Einkaufstouren jetzt routiniert. „Am Anfang fuhr man vielleicht ein bisschen rasant und bekam gesagt, man möge daran denken, dass man ältere Herrschaften hinten sitzen habe, wenn man zu zackig in den Kreisverkehr hineingefahren war“, schmunzelt die Malteserin. Dennoch sei man stets sehr konzentriert bei den Fahrten, könne sie aber zwischenzeitlich durchaus genießen, da auch viel Lustiges passiere „Wenn die Mitfahrer beginnen, Kreisverkehre zu zählen und großen Spaß daran haben, ist die Stimmung einfach bestens“, beschreibt die Ehrenamtlerin ihre Erlebnisse. Innerhalb des Einkaufswagen-Teams, in welchem sich neben Christiane ansonsten bisher ausschließlich neun Herren ans Steuer des geräumigen Fahrzeugs trauen, stellt die gebürtige Hildenerin daher so etwas wie die Henne im “Fahrer-Korb“ dar. Für sie jedoch kein Problem. Zwar müsse man sich daran gewöhnen, mit Seitenspiegeln zu fahren, aber am Ende habe sie ja auch selbst etwas davon. „Sollte ich mir irgendwann einmal ein Wohnmobil anschaffen, werde ich damit auch keinerlei Probleme haben“, strahlt die 56-Jährige begeistert. Anderen Frauen möchte die ehrenamtliche Helferin aber in jedem Fall Mut zusprechen, sich einfach auch zu trauen. „Wenn man erst mal drinsitzt und startet, merkt man sofort, wie leicht der Wagen sich fahren lässt. Der Wendekreis ist super und man fühlt sich darin einfach sicher.“ Fast schon könnte man Nadolny getreu des erfolgreichen Kabel-Eins-Fernseh-Formats rund um LKW-Fahrerinnen als “Trucker Babe“ bezeichnen. Genauso tough ist die sympathische Hildenerin in jedem Fall schon längst. Infos über den Mobilen Einkaufswagen unter: 02173/ 81188​

 

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