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Malteser in Langenfeld Rhld.

Malteser Stübchen klärt über Verbrecher-Tricks auf

Kriminalkommissar warnt Senioren vor miesen Machenschaften gemeiner Ganoven

06.03.2020
vlnr. BBD-Diensteleiter Reihard Paltenta, Stübchengast Giesela Neumann und Kriminalhauptkommissar Udo Wilke
Betrüger versuchen auf raffinierte Art und Weise das Vertrauen älterer Menschen am Telefon zu gewinnen
Gäste und Team hörten aufmerksam zu
Der Kriminalbeamte warnte die Zuhörer eindringlich vor den fiesen Tricks der Verbrecher

Langenfeld. „Ich habe immer gedacht, dass mir so etwas nie passieren wird“, sagt Rentnerin Giesela Neumann (80). Nun sei ihr jedoch klar geworden, wie leicht man zum Opfer werden kann.  Als sich jetzt wieder die Pforten zum Malteser Stübchen, dem gemütlichen Kaffeeklatsch für betagte Hausnotrufnutzer sowie Besuchte des Begleitungsdienstes der Hilfsorganisation öffneten, erwartete die rund 30 Senioren ein besonderer Nachmittag. Nach dem obligatorischen Kaffee- und Kuchen-Schmaus wurde es ernst: Anlässlich der augenblicklichen Verbrechenslage rund um Opfer im Rentenalter im Lande hatten die Malteser zu Präventionszwecken Kriminalhauptkommissar Udo Wilke von der Kreispolizeibehörde Mettmann geladen. Dieser klärte die verunsicherten Rentner über detailliert geplante Vorgehensweisen von Betrügern auf. So machte der 60-Jährige beispielsweise deutlich, dass die häufig im Ausland organisierten Banden von dort stationierten Callcentern aus agierten und hier vor Ort mithilfe von Komplizen arbeiteten. Wenn es darum gehe, an die Ersparnisse älterer Herrschaften zu gelangen, würden diese bis zu 60 Mal am Tag mit Anrufen bombardiert. „Man versucht die Senioren damit unter Druck zu setzen, sie mürbe zu machen und zu verhindern, dass sie Gelegenheit haben, andere zu informieren“, erläutert Wilke die Gründe dafür. Dabei spiele nicht nur der sogenannte Enkeltrick, bei dem ein fremder Anrufer vorgibt, ein Angehöriger zu sein, der dringend unverzüglich finanzielle Hilfe benötige, sondern auch der Polizeitrick eine Rolle. In beiden Fällen gehe es darum, das Opfer dazu zu bringen, schnellstmöglich sämtliches Geld sowie Wertgegenstände bereitzustellen und dann alles einer dritten Person auszuhändigen, welche persönlich vorbeikommt. Besonders perfide: Beim Polizeitrick gäben sich Anrufer als Polizisten aus und vermittelten, dass sie die angerufene Person lediglich vor Verbrechern, welche es auf sie abgesehen hätten, schützen wollten. Vor allem jedoch das Vermögen der betreffenden Senioren ist dabei in Gefahr. Ältere Menschen würden von den Betrügern nämlich dazu aufgefordert, schnellstmöglich hohe Geldsummen vom Konto abzuheben und nach Hause zu holen, angeblich, damit ein Polizeikollege alles entgegennehmen und sichern könne. Ausgesprochen hinterhältig: Mittels neuer Technologien rufen die Täter mit der Rufnummernkennung 110 an und suggerieren so, dass es sich tatsächlich um die Polizei handele. „Die echte Polizei ruft niemals mit der 110 an“, macht Kommissar Wilke deutlich. Wenn ein solcher Anrufer einen älteren Menschen am Telefon versuche in ein Gespräch zu verwickeln, solle der Angerufene, ungeachtet jedweder guten Erziehung, einfach sofort auflegen. Wichtig dabei: Immer selbst auflegen, denn Verbrecher könnten mit neuer Technik einen Ton erzeugen, der sich anhöre, als sei die Leitung frei. In Wahrheit jedoch bestehe die Verbindung noch. Wenn das Opfer dann glaube, im nächsten Schritt die echten Ordnungshüter an die Strippe zu bekommen, um den seltsamen Vorfall zu melden, hat es in Wahrheit erneut die Übeltäter am Apparat. Zur Vorsorge gibt Kriminalhauptkommissar Wilke folgende Tipps mit auf den Weg: Erscheint ein Anruf mit der 110, mit oder ohne Vorwahl, im Telefondisplay, sofort auflegen! Die Polizei erfragt telefonisch keine Bankdaten oder nach Inhalten von Schließfächern! Öffnen Sie unbekannten Personen niemals die Tür oder ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu! Übergeben Sie Unbekannten kein Geld oder Wertsachen! Die Polizei wird Sie nicht dazu auffordern, Wertsachen an einen vermeintlichen Polizisten zu übergeben. Verzichten Sie am besten auf einen Eintrag im Telefonbuch, vor allem keine Adressangabe! Sollten Sie Opfer einer solchen Straftat werden, wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Anzeige! Im Notfall immer selbst die 110 wählen! Ansprechpartner: Kreispolizeibehörde Mettmann, Kriminalprävention/Opferschutz, Kirchhofstraße 31; 40721 Hilden, Tel.: 02104/982-7700; Mail: kriminalpraevention.mettmann@polizei.nrw.de

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