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Malteser in Langenfeld Rhld.

Viele Senioren lösen Alarm bei Einsamkeit aus

An Heiligabend beginnt für viele Senioren eine einsame Zeit. Von Weihnachten und bis Neujahr gehen beim Malteser Hausnotruf viele soziale Notrufe ein, bei denen kein medizinischer Notfall vorliegt - Signal der Einsamkeit alter Menschen.

04.01.2021

Über 120.000 Senioren sind bundesweit Kunden des Malteser Hausnotrufs. Eigentlich sollten sie nur Alarm auslösen, wenn ihnen etwas passiert ist. Rund eine Million Alarme gibt es bundesweit pro Jahr, etwa 250.000 davon bei den über 35.000 Kunden in Nordrhein-Westfalen. „Nur bei jedem zehnten bis zwanzigsten Alarm liegt ein medizinischer Notfall vor, bei dem wir dann schnell den Rettungswagen losschicken“, sagt Sophie Offenberg-Sersch, Leiterin Hausnotruf der Malteser im Kreis Mettmann. In zwei von zehn Fällen führe ein Malteser zur Wohnung, kümmere sich vor Ort um die Menschen, z. B. nach Stürzen, oder die Malteser riefen Angehörige sowie Nachbarn an.

 

Seit Heiligabend gab es beim Malteser Hausnotruf im Rheinland 1788 Mal Alarm. Insbesondere zwischen dem 28. und 30. Dezember lag die Zahl durchschnittlich um ein Drittel höher als an den anderen acht Tagen. Der Rettungswagen rückte seit Heiligabend aber insgesamt nur 146 Mal aus. In 502 Fällen kümmerte sich ein Malteser vom Hintergrunddienst sowie Nachbarn oder Verwandte um den älteren Menschen. 

 

Bei 380 Auslösungen war keinerlei Hilfe erforderlich. Aber die Malteser telefonierten mit den Seniorinnen und Senioren. Unter diesen Gesprächen waren dieses Jahr besonders viele soziale Hilferufe. Zwischen dem 28. und 30. Dezember lag deren Zahl sogar vier Mal so hoch wie an den übrigen acht Tagen.

 

Offenberg-Sersch: „Sehr viele Alarm-Auslösungen sind soziale Rufe oder Fehlalarme, bei denen sich dann im Gespräch mit unseren Mitarbeitern herausstellt, dass die Senioren eigentlich nur mal mit jemanden sprechen wollen. Sie begründen dann irgendwie, warum sie den roten Knopf gedrückt haben.“ Das sei etwa bei jedem fünften Alarm so. An Weihnachten und um den Jahreswechsel geschehe das besonders häufig. „Die Senioren sagen dann z.B. Ich bin versehentlich an den roten Knopf gekommen. Oder:  Ich bin heute so durcheinander. Heute Morgen ist mein Hund gestorben“, berichtet die Hausnotruf-Expertin.

 

Die Einsamkeit älterer Menschen ist eines der wichtigen gesellschaftlichen Probleme in Deutschland. Die Malteser wollen die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren. Alten Menschen bieten sie mit einer Reihe ehrenamtlich getragener Dienste Unterstützung und Begleitung im Alltag an. Zusätzlich schaffen sie Engagement-Möglichkeiten, die zur Vorbeugung von Einsamkeit im Alter beitragen sollen. Denn wer selbst hilft, hat mehr Kontakt und kann gegebenenfalls später leichter selbst Hilfe annehmen. 

 

Informationen zum Malteser Hausnotruf unter www.malteser-hausnotruf.de
 

 

Weitere Informationen

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Christian Nitz
Dienststellenleiter
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