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Malteser in Langenfeld Rhld.

So kann der Malteser Freiwilligendienst bei der Berufswahl helfen

Ab erstem August und erstem September beginnt das neue Freiwilligenjahr

04.07.2017

Das Abi in der Tasche und noch keinen blassen Schimmer, wohin der Weg gehen soll? Für junge Menschen stellt die wichtige Frage, welche Berufsrichtung sie einmal einschlagen möchten, dieser Tage keineswegs mehr unbedingt eine leichte Entscheidung dar. Seit G8 sind die Absolventen der Gymnasien nicht nur erst zarte 17 oder 18 Jahre alt, auch hat die zügige Entwicklung der vergangenen Jahre unzählige neue Ausbildungssparten hervorgebracht. Gar nicht so leicht, sich da schnell festzulegen. Sofort studieren oder doch lieber erst mal eine Ausbildung beginnen, fragt sich da gewiss so mancher. Lara Kodsi (19) aus Langenfeld hat dieses Dilemma für sich perfekt gelöst: Die hübsche Abiturientin begann im Oktober letzten Jahres kurzerhand ein Jahr im Bundesfreiwilligendienst bei den Maltesern. Obwohl sich Lara nach dem Abitur an verschiedenen Universitäten für unterschiedliche Studiengänge beworben hatte, war sie sich eigentlich noch gar nicht sicher, was sie wirklich wollte. „Irgendwann dachte ich mir dann, das kann es nicht sein, dass ich jetzt einfach irgendetwas studiere“ erinnert sich die 19-Jährige noch genau. Weil sie aber wusste, dass eine Ausbildung nichts für sie sei, musste eine Alternative her. Durch Zeitungen und einen Nachbarn stieß die junge Frau dann auf die Malteser Freiwilligendienste. Diese erschienen Kodsi vor allem deshalb interessant, weil sie sich durchaus für das Thema Gesundheit begeistert. Seit 2011 ersetzt der Bundesfreiwilligendienst (BFD) den Zivildienst. Er dauert in der Regel ein Jahr und kann auf 18 Monate erhöht werden. Ab 18 Jahren können sich Frauen und Männer hier in Langenfeld bei den Maltesern engagieren, eine Altersgrenze nach oben existiert nicht. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) hingegen steht jungen Männern und Frauen von 18 bis 26 Jahren offen. Während der Tätigkeit wird ein monatliches Taschengeld gezahlt, die Freiwilligen werden versichert und haben einen Urlaubsanspruch von 26 Tagen. Auf der Homepage der Hilfsorganisation hatte sich die Abiturientin sodann genau informiert und schnell erfolgreich beworben. Seither kann Lara kaum noch aufhören, von ihrem spannenden Arbeitsalltag bei den Maltesern zu schwärmen. „Hier hast du einen recht breiten Fächer an Dingen, die du machen kannst“, erklärt Kodsi. Zu ihren Aufgabengebieten zählen derzeit neben den Erste-Hilfe-Kursen und der Notfallseelsorge auch teilweise Bereiche des Ehrenamtes, welches den Katastrophenschutz abdeckt. Darüber hinaus erhält Lara sogar Einblicke in den Rettungs- und Sanitätsdienst. „Das Tolle ist, dass man hier jedwede Möglichkeit geboten bekommt, auszuprobieren, wo die eignen Stärken und Schwächen liegen“, sagt die Bundesfreiwilligendienstleistende (Bufdie). Früher habe sie beispielsweise stets geglaubt, dass Büroarbeit gar nichts für sie sei. Mittelweile mache sie das sogar mit am liebsten, berichtet Lara. So habe sie sich früher geniert, vor anderen zu telefonieren, überhaupt nur irgendwo anzurufen. Nun sei dies ihre leichteste Übung. Das Selbstbewusstsein der jungen Frau wurde in jedem Fall gestärkt. Auch Erste-Hilfe-Kurse vor größeren Gruppen durchzuführen, stellt keine Schwierigkeit mehr für Kodsi dar. Nach mehreren Lehrgängen und Fortbildungen zu Beginn des Freiwilligendienstes und verschiedenen Praktika erwerben die Freiwilligendienstleistenden alle notwendigen Grundlagen, um entscheidend mit anzupacken. Von speziellen medizinischen Basics für den Hausnotruf und Sanitätsdienst, über eine Ausbildung “psychosoziale Notfallversorgung“ im Rahmen der Notfallseelsorge bis hin zur intensiven Erste-Hilfe-Ausbilder-Schulung wird den Freiwilligen alles sorgfältig vermittelt. „Die psychosoziale Notfallversorgung war mein interessantester Kurs“, erinnert sich Lara Kodsi. Wie spricht man mit Leuten, denen es nicht gut geht, weil sie gerade jemanden verloren haben, so habe die zentrale Frage in dieser Schulung gelautet. „Wichtig ist hierbei, dass man nicht die ganze Zeit auf die Leute einredet, sondern, dass man sie zunächst einmal erzählen lässt und herausfindet, wie sich der Mensch genau in diesem Moment fühlt und versucht, ihn an der Stelle abzuholen“, erläutert die 19-Jährige. Bei solchen Einsätzen arbeiten die Freiwilligen jedoch nur unterstützend, denn die Notfallseelsorge ist immer dabei. In den vergangenen Monaten habe sie auch sehr viel über sich selbst gelernt, beschreibt Lara die letzte Zeit. „Ich habe zuvor nie mit toten Menschen zu tun gehabt. Hier erfährt man schnell, ob man mit dem Druck klarkommt. Das Schöne bei den Maltesern in Langenfeld ist, dass man jederzeit von allen Unterstützung erfährt.“ Ende September wird Lara den Bundesfreiwilligendienst beendet haben. Augenscheinlich wird sie dann wohl mit einem weinenden und einem lachenden Auge ausscheiden. Schon jetzt weiß sie Dank der Malteser zumindest ganz sicher, wie ihr Berufsweg weitergehen soll: Sie möchte Gesundheitsökonomie studieren. Das nächste Freiwilligenjahr in Langenfeld beginnt ab 1. August oder 1. September 2017. Voraussetzung ist ein Führerschein der Klasse B. Bei der Studienplatzvergabe wird es mit zwei Wartesemestern angerechnet. Infos zu sämtlichen Freiwilligendiensten unter: www.malteser-freiwilligendienste.de. Bewerbungen gerne per Email an freiwillig(at)malteser-langenfeld(dot)de

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